50 Jahre Chorleiter Hans Peter Jung

Dirigent Hans Peter Jung (links ) und die Sängervereinigung Wörsdorf. Foto: wita/Mallmann

WÖRSDORF - Kultur und Gesang werden im Idsteiner Stadtteil Wörsdorf großgeschrieben. So wurde im Jahre 1967 die Stelle des Chorleiters für den Männerchor der Sängervereinigung ausgeschrieben. Es stellte sich mit Hans Peter Jung einer vor, der gerade seine gesanglich-musikalische Ausbildung am Wiesbadener Konservatorium begonnen und das Studium an der Musikhochschule Frankfurt abgeschlossen hatte. Der Vereinsvorsitzende, Thomas Vollmer, meint, „einmal gesehen, einmal gehört, er wurde gewählt“. Dass dies eine gute Wahl war, davon zeugen nicht nur die zahlreichen auf der Bühne aufgestellten Pokale.

Eine wichtige Entscheidung stand an

Für den 23-Jährigen stand damals eine wichtige Entscheidung an. Mit dem Abschluss in der Tasche die Karriereleiter weiterzugehen oder sich der Familie und dem Gesang in den hessischen Vereinen anzunehmen. Einige Weggefährten könnten heute mit ihm sein 50-jähriges Dirigentenjubiläum feiern, wie der stellvertretende Vorsitzende des Sängerkreises Untertaunus, Roland Vogel, mitteilt. Der Vorsitzende, Landrat Burkhard Albers, sagt, Vogel habe in den 70er und 80er Jahren etwa zehn Vereine geleitet und großartige Auszeichnungen im In- und Ausland erhalten. Er habe es geschafft, Emotionen im Chorgesang hörbar zu machen.

Vereinsvorsitzender Vollmer ist überzeugt: „Zum Spaß am Singen gehört eine kompetente Fachkraft, die auch die Chormitglieder bei der Stange halten kann.“ Dies sei Jung in Wörsdorf gelungen: Dort kann er einen stimmkräftigen Chor mit 35 Männern leiten. So war es nicht verwunderlich, dass von den zahlreichen Gratulanten dem Bleidenstädter nicht nur Führungsqualität attestiert wurden. Vollmer meint, „einen erfolgreichen Chorleiter zeichnet aus, angesungen zu werden und dabei den Chor im Auge und im Griff zu haben“.

Dass Jung dies beherrscht, bewies er mit den Sängern im Rahmen eines breit gefächerten Programms. Hierbei wurden gekonnt Lieder, wie der „Nachtgesang vom Walde“ von Franz Schubert bis hin zu dem inbrünstig gesungenen „Grüß mir die Reben, Vater Rhein“ und dem Jägerchor aus dem „Freischütz“ von Carl Maria von Weber, zu Gehör gebracht. Gemeinsam mit Solistin Heike Raab präsentierten sie das Lied der wunderschönen silbernen Birke von Kurt Lissmann. Der gemeinsame Höhepunkt war schließlich das „Oh Happy Day“.

An die Zukunft denkend, wurde 1993 ein Jugendchor gegründet. Inzwischen ist es der „Junge Chor“, in dem aktuell etwa 25 Sängerinnen und Sänger im Alter zwischen 18 und 50 Jahren unter der Leitung von Mario Siry ganz offensichtlich Spaß am Singen haben. Sie zeigten auch zusammen mit dem Projektchor, dass Chorgesang nicht an eine bestimmte Sprache gebunden ist. Der gemischte Chor, dem sich, so der Chorleiter, gerne weitere Sängerinnen und Sänger anschließen können, machte deutlich, was schon der Vereinsvorsitzende betont hatte: „Mit einem Lied auf den Lippen sieht die Welt meist viel besser aus.“

Von Gerhard Dubinyi, Wiesbadener Tagblatt, 05.05.2017

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